Gut, dann fange ich doch heute gleich mal mit dem schwierigsten an. Bevor ich mir Gedanken über die Welt und mich selbst mache, mache ich mir einige Gedanken über Gott. Ich möchte die Möglichkeit ins Auge fassen, dass die Wahrheit über Gott etwas ist, was ich mir möglicherweise noch gar nicht richtig vorstellen kann.
Wäre es nicht interessant zu glauben, dass es so etwas wie den Willen Gottes nicht gibt? Würde das nicht eine Menge Dinge ändern?
Ist es möglicherweise Gottes Wille, dass die Welt so ist, wie sie ist?
Könnte es sein, dass Gottes Wille immerfort zum Ausdruck gebracht ist, schlicht in unterschiedlicher Form?
Was ist also Gottes Wille? Und wie kann ich ihn erkennen? Wie kann ich wissen, was Gott will?
Vielleicht ist es an der Zeit für eine noch frechere Frage. Ist es möglich, dass wir uns das einfach ausdenken? Ist es möglich, dass es etwas gibt, was wir über Gott nicht verstehen, das, falls wir es verstünden, alles ändern würde? Vielleicht ist Gott gar nicht das, was wir über ihn gedacht hatten.
Vielleicht ist Gott kein alter Mann mit Rauschebart, der im Himmel mit Bedürfnissen und Verlangen lebt, mit einem persönlichen Willen und persönlichen Ängsten. Vielleicht ist Gott die Gesamtsumme von Allem – wirklich, das „Alles in Allem“, das „Alpha und das Omega“, „Das Was IST“, das “Ich bin das Ich bin” - und vielleicht steht außerhalb dessen nichts.
Sofern das stimmt, stehe ICH nicht außerhalb von Allem, und Alles steht nicht außerhalb von mir. Das bedeutet, das, was ich will, will auch Gott. Das bedeutet, dass mein Wille für mich auch Gottes Wille für mich ist.
Was wäre, wenn wir uns in dem Bewusstsein befinden: „… nicht wie ich will, sondern Dein Wille geschehe“? Was passiert, sofern wir die Wahl treffen, dass Gott für uns wählt, und sofern Gott sagt: „Du kannst es tun, wie du es möchtest“? Was geschieht sodann mit dem Willen, mit der Idee, mit dem Ansinnen, sofern wir Gott sagen, du, Gott, wählst für mich, Gott aber sagt: du wählst für dich?
Klar, Ich kann meine Zukunft dem Schicksal überlassen, die Winde des Schicksals allerdings, das habe ich bereits erfahren, können mich in beide Richtungen bringen: in einen sicheren Hafen, oder in eine Untiefe und zum gewissen Schiffsbruch.
Aus diesem Grunde ist Schicksal ein fabelhaftes Akronym für „Von Allen Gedanken Überallher”. Und das umfasst alle meine früheren Gedanken, wie auch die Gedanken Anderer.
Das Erste, was passieren wird, ist, dass mein persönliches kreatives Selbst bei meinen eigenen machtvollsten Gedanken sich um Leitung bemüht – der in meinem Unbewussten zu finden ist. Dann wäre ich mir dessen nicht bewusst. Daraus werden Ergebnisse erzeugt werden. Und ich wäre mir dessen schlicht nicht bewusst. Ich würde es unbewusst machen, dann behaupten, das, was geschah, sei „Schicksal“ oder „Gottes Wille“ gewesen.
Zusätzlich zu meinen eigenen Gedanken wird meine Zukunft ebenfalls durch das kollektive Bewusstsein der Welt um mich herum beeinflusst; das heißt, durch die anderen Menschen, die mein Leben bevölkern, mit denen ich mich täglich umgebe, und, darüber hinaus bis zu einem gewissen Grad, auch noch durch alle Menschen auf der Erde, deren zusammen eingebrachte Haltungen allzuoft die kollektive Erfahrung des Gros von uns erschaffen.
Da sich nun viele der Gedanken, die den vielen anderen Menschen zugehören, aufs Schärfste voneinander unterscheiden, fühlt man sich ein wenig benommen. Das erzeugt meine sogenannte “Gefühlswelt”, bei der man sich dann als „zerrissen“ fühlt.
Im Leben erzeugt Nicht-Entscheiden schier mehr Nicht-Entscheiden – und führt dann letztendlich zu einer Entscheidung, die für mich gefällt wird. Das liegt daran, weil nicht entscheiden auch entscheiden ist. Selbst eine Nichtentscheidung ist eine Entscheidung nicht zu entscheiden, daher entscheide ich immerzu. Dadurch erschaffe ich selbst immer und ständig. Es ist bloß eine Frage, mit welcher Methode wir das tun.
Meine Erfahrung ist: Treffe hinsichtlich Allem eine bewusste persönliche Wahl.
Sofern ich die Wahl darüber, wohin die Welt als Ganzes aufbricht, der Welt als Ganzes überlasse, wird das kollektive Bewusstsein der Menschheit den Kurs und die Richtung der Zukunft übernehmen. Nun kann ich entweder dem kollektiven Bewusstsein folgen, oder helfen, jenes anzuführen.
Wenn ich mich bei alledem nach Führung bei Gott umschaue, werde ich wohl die Fragen, die ich mir hier stelle, mit in Betracht ziehen sollen. Was wäre also, wenn mein Wille für mich Gottes Wille für mich ist? Und was wäre, wenn das gleiche für den kollektiven Willen der Menschheit gilt? Was wäre, wenn Gott den kollektiven Willen der Menschheit befähigt, ihn jedoch nicht ändert?
Darüber möchte ich gerne noch weiter nachdenken.
Diese Auffassung hat kolossale Implikationen.
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